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Die Habeas Corpus Berufung wurde am 21. November 2001, durch seinen neuen Berufungsanwalt, beim Staatsgericht eingereicht. Am 16. September 2009 hat das Gericht die Berufung abgelehnt. Es gab keinerlei Begründung dazu. Jim Marcus und Robert McGlasson, zwei sehr gute Anwälte, haben die Berufung vor dem Bundesgericht übernommen, und reichten eine Neue Berufung am 31.05.2011 ein.

Die Unschuld

Leon Guy and Maurice Arqueta waren beide vorbestraft und hatten ein langes Kriminalregister. Dies wurde während der Verhandlung von Tony Medina der Jury verheimlicht. Beide wurden als ruhige und unschuldige Bürger dargestellt, welche lediglich wegen ihrer innigen Ehrlichkeit aussagen wollten. Fest steht die Jury hätte mit diesem Wissen, beide Aussagen anders gewertet.

- Beide waren auf Bewehrung zum Zeitpunkt ihrer Aussagen

- Eine Anklage wegen Drogenhandels wurde fallen gelassen nachdem Maurice Arqueta gegen Tony Medina ausgesagt hatte

- Gegen Maurice Arqueta wurde am gleichen Vormittag des Aussagetages Anklage wegen sexueller Nötigung erhoben

Dominic Holmes ein LRZ – 13 Gang Mitglied, war ein Hauptbelastungszeuge für den Staat. Trotzdem wurden viele FAKTEN niemals an die Jury herangetragen, ebenso wenig an die Verteidigung weitergeleitet.

Diese Fakten beinhalteten:

Am 10.01.1996 hat die Polizei den Anführer der Gang verhört. Dieser gab Dominic Holmes als den jenigen an, welcher die tödlichen Schüsse abgegeben hatte. Auch sagte er aus das Holmes sich mit anderen Gangmitgliedern zusammen getan hatte um Tony Medina diesen Mord anzuhängen.

Am 10.01.1996 schickte die Polizei von Houston einen Funkspruch an alle Streifenwagen raus, welches besagte das Dominic Holmes der Tatverdächtige in dieser Schießerei sei und das er als bewaffnet und gefährlich einzustufen sei.

Als Holmes verdächtigt wurde bemerkte man das er alleine in den letzten 2 Jahren sieben mal verhaftet wurde.

Als die Polizei Holmes stellen wollte, lieferte dieser sich eine wilde Verfolgungsjagd mit den Polizisten. Das Auto welches er hierzu benutze war als gestohlen gemeldet und wurde kurz zuvor in einem bewaffneten Raubüberfall als Fluchtfahrzeug benutzt.

Dominic Homes wurde am 10.01.1996 wegen Mordes verhaftet. ZWEI TAGE VOR Tony Medina. Jedoch wurde die Anklage gegen Holmes fallen gelassen als dieser gegen Tony Medina aussagte.

Johnny Valdez war ein anderes Gangmitglied und der beste Freund von Dominic Holmes. Er gab zum tatzeitpunkt im Auto gesessen zu haben. Was verschwiegen wurde war das Johnny Valdez am 11.01.1996 wegen des gleichen Mordes verhaftet wurde, nur einen Tag vor Tony Medina. Auch ihm wurde ein Verfahren wegen Mordes erspart nachdem er gegen Tony Medina ausgesagt hatte.

Dallas Nacoste
Nacoste war ein „höhergestelltes“ Gangmitglied, er beschrieb der Polizei in Details wie es abgelaufen ist und dass Dominic Holmes für die Morde verantwortlich war.  Es ging um eine Gangrivalität, jemand aus dem Haus (die Rodriguez-Tochter) war mit einem Mitglied der HTC-Gang mit Namen „Blue“ befreundet. Holmes sagten, dass er diesen „Blue“ in der betreffenden Nacht vor dem Haus gesehen hatte und ihn erwischen wollte… Da es in der Gang so war, dass die „Erlaubnis“ eines Leaders gebraucht wurde, wandte sich Holmes an Nacoste…
Nacoste berichtete auch, wie Holmes die Idee hatte, es Medina in die Schuhe zu schieben, weil dieser der Polizei ja schon bekannt war und weil er ein Rivale für ihn war in Bezug auf seine Position innerhalb der Gang. Nacoste beschrieb außerdem wie Zeugin Juarez davon sprach, wie sie dabei geholfen hat, Medina fertigzumachen (durch ihre Aussage gegen ihn). Vor Gericht versuchte es der Staat so darzustellen, als hätte Medina einen Plan gehabt, Holmes das Verbrechen anzuhängen. Das hätte die Verteidigung jedoch eindeutig entkräften können, wäre der Fall untersucht worden, denn Mr. Nacoste machte seine Aussage bereits am 10.1. lange BEVOR lt. Staatsanwaltschaft Medina versucht haben soll, die Zeugin Juarez (Gespräch mit ihr am 7.3.) zu beeinflussen

Carlos McNickles
Nachbar in der Gegend wo die Schießerei stattfand. Er telefonierte gerade in seiner Garage, als die Schießerei passierte und sah zwei Schwarze in einem blauen Auto, einer fuhr den Wagen, der andere lehnte sich aus dem Fenster und schoss. Chasity Hamilton, am anderen Ende des Telefons, hörte die Schüsse auch, fragte was los sei und sie erinnerte sich später daran, dass McNickles gesagt hatte, zwei „Nigger“ schießen mit einem Gewehr aus dem Auto heraus. (entkräftet die Guy-Aussage - Schütze sei Weißer oder Latino gewesen, belastet den Schwarzen Holmes und entlastet Latino Medina)

Jason Wade Crawford
Crawford kannte Jamie Moore aus der Nachbarschaft und ging mit Holmes auf die gleiche Schule. Er hatte Holmes sagen gehört, dass er etwas gegen ein HTC-Mitglied tun wolle und im Dezember sprach Holmes von einem Plan… Im Januar (nach dem Verbrechen) zeigte ihm Moore die Waffe.

Ricardo Villanueva
Er sprach Anfang Januar 1996 mit R. Juarez am Telefon. Sie sagte ihm, dass LRZ Mitglieder ein Drive-By-Shooting begangen hatten und dass Holmes die Freundin eines HTC-Mitgliedes und ihren kleinen Bruder getötet habe. Juarez erwähnte auch, dass Holmes wollte, dass sie dabei hilft, dass Verbrechen Medina anzuhängen. Villnueva sprach auch mit Holmes selbst, der sich mit dem Verbrechen brüstete „that shit was cool“.

Raymundo Becerra
Becerra war ein Leader in der LRZ Gang und mit R. Juarez befreundet. Er erinnerte sich daran, dass Holmes „sich seine Streifen“ verdienen und seinen Cousin James Moore in die Gang bringen wollte, außerdem, dass er 1995 - als Medina im Gefängnis war - versucht hat, dessen Position einzunehmen (Indizien dafür, dass Holmes + Moore ein Motiv hatten und für die Rivalität zwischen Medina und Holmes). Er sagte aus, R. Juarez erzählte ihm, dass Holmes und sein Cousin die Schießerei begangen hatten und das Auto des Cousins dabei benutzten.

Inkompetente Verteidigung

Anthony Medina hatte eine unzureichende Verteidigung in seinem ursprünglichen Prozess, weil seine Anwälte völlig überlastet waren und nichts für den Fall taten:

Anwalt Millin arbeitete an zwei weiteren Todesstraffällen (endeten mit Todesurteil) und weiteren Straffällen, er litt unter einer Krebserkrankung und eine Woche vor Prozessbeginn ging er in Urlaub (er starb weniger als 2 Monate nach dem Todesurteil gegen Medina)

Anwalt Guerinot bearbeitete drei weitere Todesstraffälle, die alle mit einer Verurteilung zum Tode endeten, und mehrere Straffälle

Bis zum Prozessbeginn hatten die Anwälte gerade mal 30 Stunden aufgebracht für ihre Arbeit am Fall Medina - im Durchschnitt werden in einem Kapitalfall ca. 600 Anwaltsstunden angenommen

Obwohl die Anwälte am 16.1.1996 bestellt wurden, trafen sie sich am 15.4. erstmals mit ihrem Ermittler und beantragten erst am 19.6. (weniger als einen Monat vor dem Prozess) finanzielle Mittel, um einen Ermittler anstellen zu können

Fünf Tage vor Prozessbeginn hatte ein Ermittler gerade mal mit acht Personen gesprochen, zwei weitere folgten bis Prozessbeginn - die Mehrheit dieser Zeugen war nicht entscheidend für den Fall, die Verteidigung sprach insgesamt nur mit drei der 20 Zeugen des Staates

Die Strafzumessung

Strafzumessung - dauerte ganze 3 Stunden 25 Minuten

In der Strafzumessungsverhandlung brauchte die Verteidigung 1 Stunde 5 Minuten, um 7 Zeugen zu präsentieren, das waren die einzigen Bemühungen, ein Todesurteil abzuwenden. Das Todesurteil wurde schließlich nach 13 Stunden Beratung beschlossen.

 

Berufung - Update

 


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